
Mein Vater hatte auf der Lok die 17mm Loklaternen verbaut, welche Regner als Messingguss anbietet. Bei einem Kesseldurchmesser von 52mm wirkte das allerdings wenig proportional ausgewogen, weshalb ich mich gegen die großen Funzeln entschied. Auf dem Schlepptender hat er dann bereits nur die 14mm Lampen verbaut, doch irgendwie waren auch die mir noch zu groß.
Der Betrieb tatsächlicher originalgetreuer Dampfloks überlassen wir auf unserer Strecke (mehr oder weniger) den Elektrischen. Bei den Echtdampfloks kann man sich ruhig mal ein wenig austoben, und was, wenn nicht Spur G, lädt sowieso zum austoben ein? Es ist ohnehin alles etwas wirr, immerhin zieht die 750mm Lok primär Meterspurwagen der Ronsdorf-Müngstener-Eisenbahn. Also kommt auf die Lok auch nach Lust und Laune die Lampe, die am besten gefällt. Die Wahl fiel schließlich auf die kleinsten – die 13mm Lampen von Herrmann Echtdampf, die als Messingguß unbearbeitet geliefert werden und dementsprechend natürlich noch der Nacharbeit bedürfen.
Birnchen oder Lämpchen?«Birnen wachsen auf Bäumen und leuchten [verb] nicht» hat mich mein Vater, selbst aus der Elektrotechnik kommend, schon von meiner frühesten Kindheit an korrigiert. Es ist auch kein Kabel («Kabel kommen in die Erde») sondern eine Leitung. Und die „feinen biegsamen Teile“ sind Litze.
Der Nomenklatur entsprechend werde ich auch in diesem Beitrag stets von Lampen, Lämpchen und Leuchtmittel sprechen, auch wenn das Birnchen mindestens so geläufig und falsch ist wie die Stundenkilometer bei der Wettervorhersage. :). Wer mag kann sich das Birnchen denken, wenn ich Lämpchen schreibe.
Loklaternen vorbereiten und montieren
Zunächst benötigt die Laterne zwei Bohrungen. Anders als die beiden Pendants von Regner hat die Herrman-Lampe keine entsprechende Lasche zum Aufschrauben. Außerdem fehlt es an einer Zuleitung für das Leuchtmittel – eine Lampenattrappe solle es aber nicht bleiben. Das Platzangebot ist etwas begrenzt, dennoch findet sich noch so gerade der Platz für eine 2,5mm Bohrung, in die später das Leuchtmittel eingesteckt wird. Direkt dahinter kommt dann noch eine 1,6mm Bohrung in die ein M2 Gewinde geschnitten wird, um die Lampe hinterher auf dem Umlaufblech zu fixieren.
Das Spitzlicht wird etwas anders bearbeitet. Es wird nicht wie die beiden Lampen am Umlaufblech von unten festgeschraubt, sondern über einen Winkel an der Fassung der Rauchkammertür. Diese wird entsprechend heiß, weshalb ich den zurechtgesägten Winkel hart mit der Laterne verlötet habe. Natürlich wird von unten jetzt auch nur noch eine Bohrung benötigt – die für das Lämpchen selbst. Die zweite Bohren kommt an die andere Seite des Winkels, womit die Loklaterne an den Rahmen der Rauchkammertür geschraubt wird.
LED oder Glühfadenlämpchen?
Mit dieser Frage schlug ich mich eine ganze Weile herum. die LED Technik bietet den enormen Vorteil dass die Lichtfarbe steuerbar ist. Damit kann elektrisch von weiß (gelb) für die Vorwärtsfahrt auf rot für die Rückwärtsfahrt umgestellt werden. Da Ganze ließe sich sogar automatisch über die Umsteuerung direkt über die Fernbedienung realisieren. Halbwegs moderne LGB Loks haben diese Lichtumschaltung bei Fahrtrichtungswechsel längst.
Zumindest für die Hausinstallation gibt es längst LED mit nahezu identisch wirkendem, warmweißen Licht, wie es die Glühfadenlampen liefern. Diese muss man dann aber auch erstmal wieder finden, und ein wenig „back to the roots“ schadet nie, also kommen normale Lämpchen in die Fassungen. Entschieden habe ich mich aus naheliegenden Gründen dann auch direkt für die Regner 2,8mm Lämpchen mit den hitzebeständigen Teflonlitzen. Die Anschlüsse der Lämpchen sind mit einem Schrumpfschauch geschützt, welchen man mit etwas Gewalt prima von oben in das gebohrte 2,5mm Loch bekommt. Das Lämpchen sitzt so fest in der Fassung.
Die elektrische Installation der Beleuchtung
Die Enden der Litzen der einzelnen Lämpchen habe ich an kleine Steckverbinder gelötet die im Hobbykeller noch so rumlagen. Auf einer Lochrasterplatine habe ich dann als Block das Pendant dazu verlötet, auf die ich bis zu sieben Lämpchen aufstecken kann. Damit bleiben die Lämpchen einfach demontierbar wenn man doch mal wieder an die Zylinder muss. An ein Ende des Verteilers kommt dann ein JR Stecker den ich an den Stromverteiler vom Akku stecken kann. Die sieben Steckdosen am Verteiler sind ausschließlich für die Lok selbst nutzbar, die Beleuchtung für den Schlepptender läuft hinterher extra. Damit habe ich noch vier Steckdosen frei, z.B. für die Führerstandsbeleuchtung oder die Fahrwerksbeleuchtung. Mal sehen was mir dazu einfällt.
Beleuchtung im Betrieb
Ich bin zufrieden. Die 4,8V lassen die Lämpchen nicht so ganz grell erstrahlen, trotzdem sieht man auch aus der Ferne bei Nacht die Position der Lok. Die Ausleuchtung der Umgebung und der Strecke ist harmonisch. Für eine Notbremsung aufgrund von Schneckenbewegung im Gleis reicht es wohl dennoch nur an Langsamfahrstellen.